Präsenz-Fortbildung: Geschlechtersensible Männerberatung und Spiritualität. April 2027
Diese dreitägige Fortbildung gibt Fachkräften Sprache, Haltung und Methoden, um Spiritualität als Dimension ihrer Arbeit mit Männern zu erschließen. Wir verbinden theoretische Grundlagen mit systemischen Zugängen, methodischer Werkstattarbeit und Selbsterfahrungsanteilen.
Ferdinand-Rhode-Str. 34
04107 Leipzig

Spiritualität als professionelle Kompetenz in der Männerberatung
Männer, Sinn und Verbundenheit — spirituelle Dimensionen erkennen, verstehen und begleiten
Männer sprechen selten von Spiritualität. Sie sprechen von dem Gefühl, das Falsche gelebt zu haben. Von Schuld, und sie nicht loszuwerden. Von der Frage, wozu das alles gut gewesen sein soll. Von dem, was nach dem Tod bleibt. Das sind spirituelle Themen — und sie gehören in die Männerberatung.
Diese dreitägige Fortbildung gibt Fachkräften Sprache, Haltung und Methoden, um Spiritualität als Dimension ihrer Arbeit mit Männern zu erschließen. Wir verbinden theoretische Grundlagen mit systemischen Zugängen, methodischer Werkstattarbeit und Selbsterfahrungsanteilen. Geschlechtersensibilität ist dabei keine Zusatzperspektive, sondern Grundlage: Wir fragen durchgängig, wie Männlichkeitsnormen den Zugang zu spirituellen Erfahrungen formen — und was das für die Beratungspraxis bedeutet.
Was bringt Männer in Kontakt mit sich selbst — und wie begleiten wir das professionell?
Unter Bezugnahme auf systemische, narrative und körperorientierte Ansätze erarbeiten wir ein methodisches Repertoire für die Praxis. Wir reflektieren, wie essentialistische Vorstellungen von Geschlecht in spirituelle und religiöse Kontexte hineinwirken, und schauen, wie Spiritualität als Querdimension in angrenzenden Themen der Männerberatung auftaucht — bei Alter und Sterben, bei Gewalt, beim Ausstieg aus Radikalisierungen.
Praxisnahe Fallarbeit, kollegiale Beratung mit eigenen Fällen, Selbsterfahrungsanteile und die Reflexion der eigenen spirituellen Biographie begleiten uns durch alle drei Tage.
Für wen? Fachkräfte aus Beratung, Sozialarbeit, Therapie und Pädagogik, die professionell mit Männern arbeiten. Vorkenntnisse zum Thema Spiritualität sind nicht erforderlich — wohl aber die Bereitschaft zur Selbstreflexion.
→ Anmeldeschluß: 31.03.2027
Referent: Thomas Qiu Hönel
Systemischer Männerberater, Bildungsreferent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen, zert. MBSR-Lehrer, zert. Resilienz-Trainer, Mindfulness Coach, Zen-Praktizierender; thomashoenel.de
Überblick über Themen in der Fortbildung:
Tag 1 — Grundlagen und Verortung
Thema: Was hat Spiritualität mit Männern und Beratung zu tun?
- Begriffsklärung: Spiritualität, Sinn, Religion, Transzendenz — Unterschiede und Überschneidungen
- Spiritualität im Kontext Essentialismus: Geschlecht als natur- und gottgegeben — kritische Einordnung
- Männlichkeitsnormen als Spiritualitätshemmnis — und aktuelle Suchbewegungen von Männern
- Selbsterfahrungseinheit: die eigene spirituelle Biographielinie
- Abschlussrunde Tag 1 & Ausblick auf Tag 2
Tag 2 — Systemisch und methodisch
Thema: Spiritualität in der Beratungspraxis — Zugänge und Methoden
- Systemische Perspektive: Spiritualität als transgenerationales und familiäres Thema
- Arbeit mit Fragen — die spirituelle Dimensionen öffnen, ohne zu bewerten/zu etikettieren
- Methoden-Werkstatt I: Körper-, Stille-, Rituale — als Beratungszugänge
- Methoden-Werkstatt II: Narrative Methoden, Metaphern, Werte-Arbeit
- Abschlussrunde Tag 2 & Ausblick auf Tag 3
Tag 3 — Vertiefung und Transfer
Thema: Spiritualität in spezifischen Kontexten — Fallarbeit — Integration
- Spiritualität als Lebensdimension: Alter & Sterben, Gewalt, Ausstieg aus Konzepten wie z.B. Radikalisierungen
- Kollegiale Fallberatung mit eigenen Praxisfällen
- Haltung und professionelle Grenzen: Wann ist Spiritualität in der Beratung fehl am Platz?
- Feedback, Evaluation, Abschied